Der Vorfall in Leipzig trägt alle Merkmale einer „False-Flag“-Operation.
Er wurde inszeniert, um die Umstellung der deutschen Wirtschaft auf Kriegswirtschaft zu rechtfertigen, von den daraus resultierenden Problemen abzulenken und eine künftige, ernsthafte Eskalation gegenüber Russland zu legitimieren.
Von Andrew Korybko
Deutschland machte Russland für den Vorfall in Leipzig im vergangenen Monat verantwortlich: Damals wurde eine mit Sprengstoff beladene Drohne auf dem Rollfeld in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge gefunden; eine weitere kollidierte Berichten zufolge bei einem Landeversuch mit einem anderen Frachtflugzeug, explodierte jedoch nicht; und eine dritte wurde später in der Nähe des Geländes entdeckt. Putin wies die Anschuldigung zurück, äußerte die Vermutung, es handele sich um eine „False-Flag“-Aktion – also eine unter falscher Flagge durchgeführte Operation, bei der Beweise gezielt platziert wurden –, und spekulierte, das Motiv sei gewesen, durch Angstmacherei vor Russland von innenpolitischen Problemen abzulenken.
Auch wenn Skeptiker vielleicht die Augen verdrehen mögen: Der Vorfall in Leipzig weist alle Kennzeichen einer „False-Flag“-Operation auf. Zunächst einmal unterstellt Deutschland Russland eine geradezu groteske Inkompetenz. Die Öffentlichkeit soll glauben, dass die weltweit fähigsten Drohnenpiloten – beauftragt mit dem, was der spektakulärste Angriff im Rahmen eines hybriden Krieges gegen die NATO überhaupt gewesen wäre – eine Drohne auf dem Rollfeld zurückließen, Pech hatten, als eine weitere nach dem Zusammenstoß mit einem landenden Frachtflugzeug nicht explodierte, und eine dritte in der Nähe liegen ließen. Das ist kaum glaubhaft.
Ein weiteres Argument, das für Putins Hypothese spricht, ist ein ähnlicher Vorfall im vergangenen Herbst, als unbekannte Drohnen große Flughäfen in Skandinavien zwangen, den Flugbetrieb vorübergehend einzustellen. Selenskyj machte erwartungsgemäß Russland dafür verantwortlich und forderte die Sperrung der dänischen Meerengen für russische Schiffe. Wie schon beim Vorfall in Leipzig wurden auch hierfür keinerlei Beweise vorgelegt; dennoch diente der Vorfall als Präzedenzfall, um Russland für mysteriöse Drohnenvorfälle in Europa verantwortlich zu machen und so weitere Eskalationsschritte gegen das Land zu rechtfertigen.
Schließlich sei angemerkt: Auch wenn die von Selenskyj geforderte Eskalation letztlich ausblieb (höchstwahrscheinlich, um einen heißen Krieg zwischen der NATO und Russland zu vermeiden), könnte auf den Vorfall in Leipzig durchaus eine Eskalation folgen. Bereits Ende August wurde hier dargelegt, dass die NATO von einer ernsthaften Eskalation mit Russland mehr profitieren würde als umgekehrt; dies könnte etwa die Form einer groß angelegten, unbefristeten Wiederaufnahme der im Sommer gescheiterten Drohnenkampagne gegen Russland annehmen, mit dem Ziel, dessen Deindustrialisierung und Entmilitarisierung voranzutreiben. Ein solcher Versuch könnte im kommenden Jahr unternommen werden. Beobachter sollten bedenken, dass Deutschland – inzwischen der zweitwichtigste militärische Unterstützer der Ukraine nach den USA – im Frühjahr eine Vereinbarung zum Ausbau der ukrainischen Fähigkeiten für Angriffe auf Ziele im gegnerischen Hinterland (Deep-Strike-Fähigkeiten) getroffen hat. Auch die deutsche Wirtschaft wird auf Kriegskurs gebracht, während das Land im Eiltempo aufrüstet; Ziel ist es, über die größte Armee Europas zu verfügen, bevor – wie von der EU prognostiziert – um das Jahr 2030 ein möglicher Krieg mit Russland ausbrechen könnte. Da dieses Vorhaben bei der Wählerschaft jedoch auf Ablehnung stößt, muss es durch den Vorfall in Leipzig gerechtfertigt werden.
Um die Erklärung zu Putins „False-Flag“-Hypothese zusammenzufassen: Der russische Drohnen-Alarm in Skandinavien im vergangenen Herbst diente als Vorwand, um dem Kreml ohne Beweise die Schuld an künftigen Vorfällen dieser Art zuzuschieben – genau dies ist nun im Fall Leipzig geschehen. Das Narrativ von der Unfähigkeit russischer Drohnenpiloten ist zwar kaum glaubwürdig, wird aber dennoch propagiert, um die Umstellung der deutschen Wirtschaft auf Kriegswirtschaft zu rechtfertigen, von den daraus resultierenden Problemen abzulenken und eine künftige massive Eskalation gegenüber Russland zu legitimieren.
Wie bereits dargelegt, könnte dies die Form einer groß angelegten und unbefristeten Wiederaufnahme der im Sommer gescheiterten Drohnenkampagne gegen Russland annehmen – mit dem Ziel von dessen Deindustrialisierung und Entmilitarisierung –, doch birgt dies das Risiko, die russische Nuklearschwelle gemäß der aktualisierten russischen Militärdoktrin zu überschreiten. Zumindest würde Putin gegenüber der Ukraine erneut nach dem Prinzip „Eskalation zur Deeskalation“ agieren, doch besteht stets die Gefahr, dass die Lage außer Kontrolle gerät. Für Deutschland wäre es daher am besten, auf eine Eskalation zu verzichten, so wie es letztlich auch die skandinavischen Staaten getan haben.
Übersetzt aus dem Englischen
