Jeder Tag sollte ein Weltfriedenstag sein – heute wieder wichtiger denn je.
Von Felix Duček

Erstmals wurde am 1. September 1946, dem siebten Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen, in der damals noch Sowjetischen Besatzungszone ein „Weltfriedenstag der Jugend“ begangen. Seit Beginn der 1950er Jahre wurde dieser Tag in der Deutschen Demokratischen Republik als „Tag des Friedens“ oder „Weltfriedenstag“ bezeichnet, an dem in der Öffentlichkeit auf Kundgebungen und in Versammlungen zum aktiven Eintreten für den Weltfrieden aufgerufen wurde.
Später wurde in der Bundesrepublik Deutschland dieser Tag alljährlich als „Antikriegstag“ begangen, um an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 zu erinnern.
International wurde erst am 21. September 1981, dem Beginn der damaligen Vollversammlung auf der Jahresversammlung der Vereinten Nationen von der Generalversammlung verkündet:
„Dieser Tag soll offiziell benannt und gefeiert werden als Weltfriedenstag (International Day of Peace) und soll genützt werden, um die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und Völker als auch zwischen ihnen zu beobachten und zu stärken.“
Und am 30. November 1981 wurde dieses Datum durch die UN-Resolution 36/67 zum „International Day of Peace“ erklärt. Es solle ein Tag des Waffenstillstands und der Gewaltlosigkeit sein.
Noch eindringlicher aber erinnern alljährlich die beiden Daten des 6. und des 9. August an diese Tage im Jahr 1945, als die USA kurz vor dem weltweiten Ende des Zweiten Weltkrieges als ihre unmissverständliche Machtdemonstration im kaiserlichen Japan hunderttausende Zivilisten in Hiroshima und Nagasaki ermordeten, was keinen militärischen Nutzen hatte, sondern eindeutig als Kriegsverbrechen zu bewerten ist, deren Verantwortliche und Urheber heute immer wieder verbrämt oder gar verschwiegen werden.
Heute erinnert zum Glück alle „Unwissenden“ im Volkspark Friedrichshain nicht nur der „Mont Klamott“, der Bunkerberg aus unzählige Tonnen von Schutt im zerstörten Berlin, an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa. Die Weltfriedensglocke wurde am 1. September 1989 in der damaligen Hauptstadt der DDR, dem heutigen Ost-Berlin, anlässlich des Weltfriedenstages der DDR und zugleich des 50. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkriegs feierlich eingeweiht. Sie ist ein Geschenk der Weltfriedensglockengesellschaft „World Peace Bell Association“.
Nach japanischen Entwürfen wurde der Pavillon, in der die Glocke hängt, von deutschen Handwerkern hergestellt. Die Glocke ist einen Meter hoch, hat einen Durchmesser von 60 Zentimetern und eine Masse von 365 Kilogramm. Auf der Glocke stehen die Inschriften „Weltfrieden“ und „Frieden“ auf Deutsch und Japanisch. Alljährlich führt um den 6. August als Jahrestag des allerersten Atombombenabwurfes auf Hiroshima ein kleiner Berliner Verein (der am 7. Oktober 1999 gegründete Friedensglockengesellschaft Berlin e.V.) hier eine Veranstaltung zum Gedenken und als Mahnung zum Weltfrieden durch.
Im Jahre 2015 schuf Elke Bitterhof die Übersetzung ins Deutsche und die Musik (begleitet von José Miguel Márquez) für ein ursprünglich japanisches Friedenslied zur Versinnbildlichung der Bedeutung dieser Glocken weltweit.
Heiwa, Heiwa, Frieden
Die Erde, sie hat viele Sprachen,
mit Worten, mit Schrift und mit Klang.
Sie wollen die Menschen verbinden
im Herzen und mit dem Verstand.Der Oleander soll blühen,
und Hoffnung breitet sich aus.
Der Klang dieser Glocke will trösten,
sie bringt viele Seelen nach Haus.Fang den Klang nicht ein,
hilf ihm, weit zu fliegen,
bis zum Horizont und weit hinaus.
Denn die Glocke kündet: Heiwa, Heiwa, Frieden
und ihr Wunsch läßt keinen Menschen aus.Fang den Klang nicht ein,
hilf ihm, weit zu fliegen,
bis zum Horizont und weit hinaus.
Denn die Glocke kündet: Heiwa, Heiwa, Frieden
und ihr Wunsch läßt keinen Menschen aus.
Bis 2004 wurden in 19 Städten von 16 Ländern solche Glocken aufgestellt, um über die Grenzen der Staaten und Kontinente hinweg für internationale Verständigung als Kampf um die Sicherung des Weltfriedens zu werben.
Mögen sie nicht vergessen werden, da sie heute immer dringender mahnen müssen. Und es solle später niemand sagen können, er habe nicht gewusst, was uns allen droht, wenn den Kriegstreibern, Kriegshetzern, Kriegsgewinnlern der herrschenden Rüstungsindustrie und deren Politikern nicht Einhalt geboten wird.
