„Nukleare Abschreckung“ ausgedient

Der Ukraine-Konflikt, die Kriege in Westasien und die Zusammenstöße zwischen Indien und Pakistan im Frühjahr 2025 haben die Annahmen zur strategischen Sicherheit, die fast 80 Jahre lang Bestand hatten, über den Haufen geworfen – mit ungewissen Folgen für die strategische Stabilität. Ein bemerkenswerter Artikel in „Foreign Affairs“ hat recht: Das alte Modell der nuklearen Abschreckung hat ausgedient

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Realitätssinn eines russischen Agenten

Der frühere russische Spitzenagent Besrukow verpasst dem Establishment der Russischen Föderation einen längst fälligen Realitätscheck. Andrej Besrukow ist ein russischer Held, der sich durch seinen jahrzehntelangen Dienst das Recht erworben hat, sein Land so konstruktiv-kritisch zu betrachten, wie er es für richtig hält.

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Lawrows späte Erkenntnis

Russland kann entweder in eigenem Namen entschieden „eskalieren, um zu deeskalieren“, um den Konflikt schnellstmöglich und unter möglichst vielen seiner Bedingungen zu beenden, oder aber diesen jetzigen „Abnutzungskrieg“ unter enormem Risiko für sich selbst wie gewohnt weiterführen oder den Konflikt auf unbestimmte Zeit einzufrieren versuchen.

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Ukraine in der EU? Nicht mit Nawrocki!

Als Staatsoberhaupt mit Selbstachtung, der die patriotische Hälfte des Landes repräsentiert, kann Nawrocki nicht hinnehmen, dass die Ukraine jener Union beitritt, der Polen angehört, solange dieser Staat die OUN-UPA als Täter des Völkermords in Wolhynien verherrlicht. Noch kann und will er damit die Landwirtschaft Polens mit all den weiteren Konsequenzen für die polnische Souveränität opfern.

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US-Besuch in China als Akt der Demut

Beim Schlendern durch den Garten der neuen „Verbotenen Stadt“ fragte der US-Präsident Donald Trump seinen Gastgeber Xi Jinping, ob schon andere Staatsgäste dort gewesen seien. Der chinesische Präsident erwiderte, der russische Präsident Wladimir Putin sei bereits dort gewesen und werde voraussichtlich in wenigen Tagen wieder hier sein. Angesichts Trumps Vorliebe für Exklusivität dürfte ihn das enttäuscht haben. Aber im Grunde ist der gesamte Plan der US-Regierung gescheitert.

Von Dmitri Bawyrin „US-Besuch in China als Akt der Demut“ weiterlesen

Niederlage der Kurden in Syrien

Wo liegen die Ursachen, und welche Folgen hat der rasche Zerfall der kurdischen Autonomie in Syrien? Die Konsolidierung des türkischen Einflusses in Syrien stärkt die regionale Position des sich innerhalb der Umma formierenden Militärblocks und begünstigt somit den Aufstieg eines neuen Machtzentrums an der Schnittstelle zwischen Afrika und Eurasien, sofern die potenziellen Mitglieder ihre Beziehungen formalisieren.

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Kennen Sie Hugo Jalava?

Bertolt Brecht schrieb 1935 im Svendborger Exil in Dänemark sein kurzes Gedicht „Fragen eines lesenden Arbeiters“. Diese Lyrik mahnt jeden, die tatsächlichen Beschreibungen historischer Berichte in ihrer Kürze – die erfahrungsgemäß umso kürzer sind, je mehr Zeit verstrichen ist – genauer zu hinterfragen. Das betrifft vor allem die Akteure, also viele handelnde Personen, die nur allzu gern hinter namhaften Persönlichkeiten als Namenlose verschwiegen werden. Auch Brecht beendet sein Gedicht daher mit der Feststellung: „So viele Berichte. So viele Fragen.“

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Er war neunzehn

Mit siebzehn hat man noch Träume? Mit neunzehn warten heute wieder ganz andere, sehr reale „Herausforderungen“. Auch wenn sich manch Betroffener vielleicht auf den kostenlosen Führerschein freut – geschenkt ist der nicht und auch nicht fürs erste Auto bestimmt! Das damit drohende Schicksal besangen nicht nur im Westen viele in der Friedensbewegung – dank der Mahnung von Hannes Wader „Es ist an der Zeit“, die heute nicht weniger aktuell ist als 1980. Im Osten wurde für viele DDR-Bürger der autobiografische Film „Ich war neunzehn“ von Konrad Wolf unvergesslich. Heute, am 20. Oktober 2025, wäre Konrad Wolf 100 Jahre alt geworden.

Von Felix Duček „Er war neunzehn“ weiterlesen

Haben Lügen wirklich kurze Beine?

Lügen haben kurze Beine, behauptet ein beschwichtigendes Sprichwort. Doch Lügner bekommen bekanntlich leider keine lange Nase, erst recht nicht die verdienten Strafen. Vielmehr werfen erlogene Geschichtsfälschungen meist die von den Verursachern beabsichtigten langen Schatten, vor allem in den Köpfen all jener Unbedarften, für die sie bestimmt sind, die das Erzählte gerne glauben oder zumindest nicht überprüfen wollen und widerlegen können.

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Sternstunden im Kalten Krieg

„Früher war alles besser!“ ist wohl einer der am häufigsten gescholtenen Sprüche der Alten. Eine rosarote Brille der Verklärung blendet bevorzugt unangenehme Erinnerungen aus, und so wächst mit dem Alter zwar die Lebens- und die Überlebenserfahrung, das führt aber leider dennoch nicht unweigerlich zur schonungslosen Altersweisheit.

Von Felix Duček „Sternstunden im Kalten Krieg“ weiterlesen